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Verschiedenes

Europa amicas invitat

Im Folgenden berichtet Anita Hoehle von der Freiherr vom Stein Schule in Fulda über digitale Projekte im Fach Latein.

Zwei digitale Lateinprojekte wurden mit dem eTwinning-Qualitätssiegel und dazu mit dem Europäischen Qualitätssiegel ausgezeichnet. Ein lateinisches Bilderbuch war beim Europäischen Wettbewerb erfolgreich.

Schülerzeichnung Klasse 10 FvSS

Im Projekt „Interroga Mulieres / Ask Women“ erweckten Lateinschülerinnen und -schüler der 10. und 11.  Klassen Frauen der Antike zu virtuellem Leben: Rhea Silvia, Calpurnia, Hersilia, Tarpeia, Lucretia und Hortensia erhielten ihre eigene Webseite und kommunizierten mit Freundinnen und Freunden, Verehrern und Ehemännern via Fake iphone. In ihrer Frauenzeitschrift „Interroga Women“ informierten sie über Mode, Beauty Trends und ‚Leute heute‘ (Homines hodie). Das alles geschah natürlich auf Latein. – Für das Projekt hatten die Lehrerinnen lateinische Texte zusammengestellt: Biografien der antiken Heldinnen von verschiedenen Autoren, Auszüge aus Livius‘ ab urbe condita und aus Sallusts Coniuratio Catilinae sowie Texte aus den Metamorphosen und aus der Ars amatoria des Ovid.

Internationale Schülerteams schrieben die Geschichte „Europa amicas invitat“ als Beitrag zum 67. Europäischen Wettbewerb: „Kommt in das Haus der Europa! Wir feiern 30 Jahre der Einheit. Wir werden plaudern, uns austauschen, speisen!“ So steht es in der Einladung. Und Helena, Penelope, Cleopatra, Marianne aus Frankreich, Rhea Silvia, Hersilia sowie Angela aus Germania kommen herbei. Nur Britannia fehlt… Die Damen tauschen sich über Persönliches aus, sie klagen über unzureichenden Internetzugang. Man spricht über Kriege (Troja, Gallien, Germanien, Syrien), Flüchtlinge und Gefahren des Mittelmeeres (Irrfahrten des Odysseus, Piraten, Flüchtlinge auf Lesbos) und die Einigung Europas. Kann Europa zum Frieden in der Welt beitragen? – „Wir schaffen das!“ – „Id efficere possumus!“  Davon sind am Ende alle Gesprächsteilnehmerinnen überzeugt. Die Schülerinnen und Schüler präsentierten ihr Werk in Latein, Deutsch, Englisch, Spanisch und Baskisch.  – Das Projekt fand in Kooperation mit Schulen in Italien und Spanien statt. Als gemeinsame Sprache nutzten die Projektpartner Englisch und Latein.

Im Projekt „The Odyssey of words 3“ forschten bereits zum dritten Mal Schülerinnen und Schüler zum Thema „Etymologie“. Sie begaben sich auf die spannende Suche nach den Wurzeln der Sprachen Europas. Begriffe aus dem Altgriechischen, so fanden sie in internationalen Teams heraus, wurden ins Lateinische übernommen und später entweder unverändert oder nur leicht variiert in viele europäische Sprachen eingeführt. Die Jugendlichen arbeiteten mit webquest. Ergebnisse präsentierten sie in einem ebook. Unter Verwendung der bearbeiteten Wörter kreierten sie Comics über Odysseus und über den Gallischen Krieg und schrieben gemeinsam eine Fantasiegeschichte sowie Briefe an europäische Politiker. – Für die Arbeit im Projekt erstellten die Lehrerinnen Vokabellisten, in denen die aus dem Griechischen stammenden „gemeinsamen Wörter“ auf Griechisch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Deutsch und Rumänisch angegeben sind. – An der Freiherr vom Stein Schule in Fulda habe ich das Projekt im Rahmen des Lektüreunterrichts (Hygin und Caesar) der 9. Jahrgangsstufe durchgeführt. Das etwinningprojekt fand in Kooperation mit Schulen in Italien, Spanien und Griechenland statt. Als gemeinsame Sprache nutzten die Projektpartner Englisch.

„Die prämierten Projekte überzeugen durch Originalität und Einfallsreichtum. Sie zeigen eindrucksvoll, wie Kreativität die Lust am Lernen wecken kann und wie es gelingt, Wissen spannend zu vermitteln,“ so das Urteil der Jury.

Durch die Kooperationen waren Schülerinnen und Schüler bei der Schulschließung wegen Corona bereits auf Online-Unterricht vorbereitet. Sie kannten sich in ihren virtuellen Klassenzimmern aus. Sie hatten schon mit ihren Projektpartnern zusammengearbeitet.

In Zeiten der Corona-Pandemie wird deutlich, wie wichtig die Online-Zusammenarbeit auf europäischer Ebene ist. In etwinningprojekten lernen Schülerinnen und Schüler im Fachunterricht auch gemeinsam mit Schulpartnern in Europa. Internationale Lehrerteams planen diesen Unterricht im virtuellen Klassenzimmer.

Die Werkzeuge von eTwinning können nicht nur für den internationalen, sondern auch für den nationalen Austausch genutzt werden. Schulen steht damit eine einfache Plattform für die Kommunikation und Kooperation mit zu Hause lernenden Schüler/-innen zur Verfügung.

Weitere Informationen über eTwinning: https://www.etwinning.net/de/pub/index.htm

Anita Hoehle, Freiherr vom Stein Schule, Fulda

Lucian Magin: „Carmen Helveticum“ mit didaktischer Hinführung und deutscher Nachdichtung

Lucian Magin – Schüler des Gymnasiums am Kaiserdom in Speyer, Studium der Fächer Latein und Katholische Religion in Mainz, Zweites Staatsexamen am Gymnasium am Kaiserdom – unterrichtet seit 1991 am Geschwister-Scholl-Gymnasium in Fürstenwalde an der Spree.

Neben kürzeren lateinischen Gedichten – veröffentlicht in der Zeitschrift Vox Latina – hat er ein längeres lateinisches Gedicht über die drei Teile der Schweiz geschrieben, in dem der relativ neue St. Gotthard-Tunnel als Bindeglied für den Zusammenhalt des Landes eine zentrale Rolle spielt.

„Carmen Helveticum“: Hinführung – lateinisches Gedicht – deutsche Nachdichtung

[bitte klicken Sie auf den unten stehenden Link]

Carmen Helveticum novum

 

 

Walter Weidner piae memoriae

Ein Nachruf von Thomas Kaiser und Norbert Kaiser

Am 9. April 2020 ist Herr Walter Weidner im gesegneten Alter von 93 Jahren verstorben.

Herr Weidner führte seit 1984 den Hessischen Altphilologenverband mit Umsicht und großem Einsatz, seit 2000 war er Ehrenvorsitzender. Nach der Wiedervereinigung engagierte er sich als „Aufbauhelfer“ für den thüringischen Landesverband im DAV.

Nach Studium der Klassischen Philologie und Geschichte in Würzburg war Herr Weidner von 1955 bis 1991 Lehrer an der Leibnizschule in Offenbach am Main, wo er den altsprachlichen Zweig maßgeblich begründet und geprägt hat. Zudem wirkte er von 1982 bis 1991 als Ausbilder am Studienseminar Offenbach.

Es gibt, das weiß man, Lehrer, die man nicht vergisst. So einer war Herr Weidner. Streng und fordernd, dabei mit großartigem Humor, mit Bildung, Herzlichkeit und tiefer Menschlichkeit hat er Generationen von Schülern mit seiner Begeisterung für die alten Sprachen angesteckt.

Er ruhe in Frieden!

Walter Weidner – Anzeige der Familie

 

 

 

carmen natalicium 2019 | Weihnachtsgedicht 2019

carmen natalicium 2019
De renuntiatione consumptionis

Consumptioni parcere gaudeo
contenta paucis vestibus et cibis1,
nec me iuvat terrae micantes
e gremio rapuisse gazas.

Argento et auro laeta renuntio!
Quid sunt honores, quid mihi praemia?
Applaudite omnes laude magna,
tollite nunc benefacta ad astra!

Mendico ego ipsa et possideo nihil,
consumptionem tam facile abnuo:
esurio me invita opimae
cenulae egena, sed obstinabo!

Nativitatis mox celebrabimus
festum, redundat muneribus domus,
et devorantur vitula atque
anser, anas agilisque salmo.

Prosint, precamur, fercula diviti,
convivium ergo magnificum paret!
Mandent catelli de micis, quae
de dominorum epulis supersunt.

1 cf. Hor.c.I,31, 15ff. me pascunt olivae/ et cichorea levesque malvae, / frui paratis…

Weihnachtsgedicht 2019
Über Konsumverzicht

Konsumverzicht zu üben – des freu ich mich,
zufrieden bin ich mit Kleidung und Genuß,
es macht mir keinen Spaß, zu reißen
glitzerndes Erz aus dem Schoß der Erde.

Auf Gold und Silber übe ich gern Verzicht,
und was bedeuten Ehren und Preise mir?
Drückt euer Lob mit dem Applaus aus,
hebt alle Wohltaten in den Himmel!

Bin ich doch selbst ein Bettler und Habenichts,
und mühelos gelingt da Konsumverzicht.
Ich hung´re nicht aus freien Stücken –
würd´ gern gut speisen- doch ich ertrag es!

Das Christgeburtsfest werden wir feiern bald,
da faßt das Haus die Menge der Gaben kaum,
da wird verschlungen manches Kalb und
Ganter und Ente und Lachsforelle.

Wohl mög´ dem Reichen munden die Festmahlzeit,
und sein Gelage statte er üppig aus!
Es werden Hündlein die Brosamen
essen, die von seinem Tische fallen.

Zwei ausgezeichnete Lateinprojekte mit eTwinning

Zwei Projekte der Jahrgangsstufen 10 und 11 der Freiherr vom Stein Schule Fulda wurden mit dem nationalen Qualitätssiegel und mit dem Europäischen Qualitätssiegel ausgezeichnet.

Dieses Video ansehen auf YouTube.

 

Im Projekt „Interroga mulieres / Ask women“ beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler mit der antiken römischen Geschichte unter dem Gesichtspunkt einflussreicher weiblicher Figuren, Rhea Silvia, Hersilia, Tarpeia, Lucretia, Calpurnia und Hortensia. Ein Lehrerteam aus Spanien, Italien und Deutschland hatte dazu ein interessantes Lektüreheft und spannende Aufgaben zusammengestellt. Historische Kunstwerke wurden im digitalen Klassenzimmer analysiert und zum Sprechen gebracht, die Heldinnen der Antike kommunizierten via FakeIPhone, es entstanden lateinische Spiele und nicht zuletzt das ‚Ask Women Journal‘, eine römische Modezeitung.

 

„Odyssey of words 3“

 

In der „Odyssey of words 3“ forschten und experimentierten Schülerinnen und Schüler aus Griechenland, Spanien, Italien, Rumänien und Deutschland in internationalen Teams gemeinsam unter Leitung eines internationalen Lehrerteams zum Einfluss der griechischen Sprache auf die Entwicklung der europäischen Sprachen. Präsentationen zu ihren etymologischen Studien stellten sie im virtuellen Klassenzimmer vor. Ein Mathematikwettbewerb stand danach auf dem Programm. Dann schrieben die Schüler/innen gemeinsam Geschichten, Comics über die Abenteuer des Odysseus, Briefe an die Politiker Europas und einen gemeinsamen Song.
Informationen zu eTwinning: https://www.etwinning.net/de/pub/index.htm

Anita Hoehle, Freiherr vom Stein Schule Fulda

Ars Didactica 4: Metrik im altsprachlichen Unterricht – eine Rezension von Else Zekl

Metrik im altsprachlichen Unterricht – Ars Didactica – 4

Marburger Beiträge zu Studium und Didaktik der Alten Sprachen
Magnus Frisch (Hg.), Kartoffeldruck-Verlag Kai Brodersen, Speyer 2018

Der Ende letzten Jahres erschienene bereits 4. Band der Reihe Ars Didactica fällt allein schon durch seine fast 400 Seiten auf. Sein in doppeltem Sinne reizvolles Thema wird in  der beeindruckenden Anzahl von 15 Kapiteln (einschließlich eines englischsprachigen) von 12 Autoren[1] behandelt, die am Ende des Buches ausführlich vorgestellt werden. Und an jedes einzelne Kapitel schließt sich ein ausführliches Literaturverzeichnis an. 

Die Gesamtheit der Beiträge bietet neben der fachdidaktischen  Auseinandersetzung Anregungen für den Unterricht – wobei es leider unrealistisch ist, mit den Schülern auch ‚nur‘ die zwölf wichtigsten Versmaße zu behandeln. Fest steht aber auch, so der Herausgeber: „ Eine Behandlung von Dichtungstexten ohne Eingehen auf die Metrik wäre … unvollständig.“ „Die Prosodie und das Wissen über den quantitierenden Charakter der antiken Metrik … gehören zu den unerlässlichen Themen.“ (S.13) Zu behandeln sind (und im vorliegenden Buch berücksichtigt werden) Prosodie, Metrik, Versmaß, Strophen – das Klanggefühl nicht zu vergessen! –  Analyse und Vortrag sowie Überlegungen zur Binnendifferenzierung und Lernerfolgskontrollen. Vor solche zum Teil sehr konkreten Beispiele[2] sind nicht nur die Ergebnisse einer Lehrerbefragung (Magnus Frisch in Kap.2), sondern auch, gewissermaßen grundlegend (und ausführlich),  eine Analyse der Lehrpläne und Curricula in der Bundesrepublik Deutschland (Jens Pickenham in Kap.3) vorangestellt. Für letztere waren über 2000 Seiten durchzuarbeiten! Berücksichtigt wurden nicht nur die einzelnen Bundesländer mit ihren Ausformulierungen, sondern auch  L1, L2, L3, L4, Sekundarstufe I, Sekundarstufe II, Grundkurs, Leistungskurs u.a. Dabei sind manchmal „ein eher einheitliches Bild“, manchmal aber auch ein „eher differenziertes Bild“ zu konstatieren.

In concreto:
Heike Wolf bietet im an diese beiden anschließenden Kapitel ein Unterrichtsbeispiel für Catull und Ovid. S.73f. wird u.a. sehr einleuchtend die Auswahl für den „ersten Schritt“ dargelegt.

Hans-Joachim Glücklich stellt auf über 30 Seiten seine persönlichen Gedanken zum Latein lesen und sprechen dar.

Katharina Waack-Erdmanns Beitrag widmet sich als einziger (auf 50 Seiten!) der Metrik im Griechischunterricht[3]– mit vielen konkreten Beispielen, Wortlisten, ‚griffigen‘ Zusammenfassungen – für Anfänger und für Fortgeschrittene.

John Bulwer bietet Mnemonics for Metre. Vergils Arma virumque cano, Troiae qui primus ab oris  gilt ihm als ein “model for the hexameter”. Er verweist u.a. auf Cicero, Quintilian, Goethe, Schillers Im Hexameter steigt des Springquells flüssige Säule. … und natürlich auch englische Autoren und liefert eine Fülle von Merkversen, überwiegend englischen, aber neben deutschen auch französischen und …

Gregor Bittos Beitrag Metrik in Ovids elegischen Dichtungen unter dem Titel
non pedibus aequis befasst sich mit „Ovids metrischen Spielen“, begründet seine Text-Auswahlen und wirft auch einen Blick in den bayrischen Lehrplan und schließt seine Arbeit mit konkreten Materialen und Anhängen mit Parallelstellen.

… at non effugies meos iambos ist Wolfgang Schoedels Kapitel zu Catulls Invektive c.29 als Einstieg in die Funktion römischer Metrik betitelt. Unter dem Stichwort „Verhältnis von Form und Inhalt bei Catull“ präsentiert er insbesondere vier Unterrichtsstunden mit Vorbereitung und Nachbereitung.

Christoph Kugelmeier breitet vor dem Leser eine Fülle von Versmaßen für den akademischen Lateinunterricht aus. Dabei möchte er unter anderem aufzeigen, „wie sich die Kenntnis der metrischen Struktur lyrischer Verse für die Gedichtinterpretation fruchtbar machen lässt.“

Fabiola Dengler liegt am Beispiel Terenz‘ Adelphoe im Unterricht in ihrem Beitrag der iambische Senar in der Schule am Herzen. Sie stellt mit konkreten Ablauf-Tabellen eine komplette Unterrichtseinheit vor, Kompetenzen, Inhalt und Ausblick sowie ein Arbeitsblatt und schließlich Schülermaterial in Schrift und Bildern eingeschlossen.

Boris Dunsch hat seinen Beitrag Der Lateinische Prosarhythmus  Eine induktive Einführung im Lektüreunterricht genannt. Dabei behandelt er die Frage der Untersuchungstiefe, die induktive Einführung. Für letztere präsentiert er dem Leser mit Cicero, Pro Archia poeta 19 ein sehr ausführliches Beispiel, um dann weitere Möglichkeiten der Textarbeit und eine kleine Systematik der Satzklauseln anzuschließen. Sein bibliographischer Anhang dazu ist besonders ausführlich.

Immanuel Musäus widmet sich der Verbindung von Metrik und Musik. Hier wechseln griechische, deutsche und lateinische Beispiele einander ab, illustriert mit zahlreichen Notenbeispielen.

Anna Elissa Radke stellt in Dichten und Dichtung im Lateinunterricht ihre bzw. eine Vision ganzheitlichen Lateinunterrichts vor. Als Beispiel dient ihr hier der Ludus de Sancto Michaele. Anschließend wird dem Leser eine Auswahl von für jeden Schüler von ihr persönlich verfassten Namensepigrammen gegeben. Der ausführliche letzte Teil dieses Kapitels präsentiert als Zeichen der positiven Resonanz studentische lateinische Eigenproduktionen z.T. unerwarteter Länge.

Insgesamt bietet  dieser vierte Band Ars Didactica  seinen Lesern eine beachtliche Fülle und große Vielfalt. Ein kleiner Wermutstropfen darin sind leider die vielen R-Fehler, die sich natürlich in einer zweiten Auflage problemlos beseitigen lassen und dem Inhalt ohnehin keinen Abbruch tun. Und wünschenswert wäre wohl angesichts der zahlreichen Stellen und Autoren noch ein Index nominum.

Korbach, Juli 2019  Else Zekl

[1] Die Vielfalt und Individualität der Beiträge zeigt sich übrigens schon in dem  zum einen ausschließlichen Schüler (oder auch mal Schüler, Studenten und Lehrer), zum andern Schülerinnen und Schüler oder auch einem diesbezüglichen Wechsel innerhalb einer Seite sowie SUS und auch Schüler/innen, zum andern in der Entscheidung für ein daß, muß u.a. 

[2] „im altsprachlichen Unterricht“, „im Griechischunterricht“, „im Unterricht“, „im akademischen Lateinunterricht“, „in der Schule“, „im Lektüreunterricht“ = auch hier ist die reiche Vielfalt zu erkennen.

[3] Allerdings finden sich auch in anderen Kapiteln gelegentlich griechische Metrik-Beispiele.


Ein Buchprojekt braucht Unterstützung – Crowdfunding durch Spenden


ANNA ELISSA RADKE
ASYLUM POETICUM
KUNST ALS SCHUTZRAUM

mit Illustrationen von ANGELIKA BERNHAMMER


Der kleine Gabriel soll auf dem Titelbild erscheinen, jüngster Sohn unter drei auf der Flucht geborenen Kindern einer algerischen Familie. Wer sich an einen Prinzen erinnert fühlt, hat so Unrecht nicht. Alle Kinder dieser Erde sollen nach Auffassung der Autorin wertvoll sein, auch geflüchtete. Der scharfe Kontrast zum berühmten Bild eines syrischen Jungen, der tot am Strand liegt, ist beabsichtigt.


Die hässliche Realität der Flucht
Anna Elissa Radke kennt die nackte hässliche Realität von Flucht, Entrechtung und materiellem Elend. In der Marburger Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete hat sie ehrenamtlich Deutschunterricht gegeben. Besonders berührt hat sie das Schicksal einer algerischen Familie, deren drei Kinder auf der Flucht in Deutschland geboren wurden. Die Mutter dieser Kinder hatte sich in der Heimat einer Zwangsverheiratung durch Flucht entzogen. Seitdem ist sie durch einen archaischen Sittenkodex an Leib und Leben bedroht. Die Kinder haben zeitlebens nichts als Notunterkünfte kennen gelernt, bis die Autorin der Familie in ihrer kleinen Wohnung Asyl gewährt hat. Schwere Traumata konnten dabei nicht ausbleiben. Die Familie ist nur deshalb noch in Marburg, weil der Pilot der zur Rückführung vorgesehenen Maschine den Transport der hochschwangeren Mutter im letzten Moment verweigert hat. Noch immer droht Abschiebung.


Kunst als Schutzraum
Anna Elissa Radke bietet ihrer Familie aber nicht nur reale menschliche Geborgenheit. Sie ist auch Dichterin. In lateinischen Versen öffnet sie ein Asylum Poeticum, Kunst als
Schutzraum. Souverän bewegt sie sich in den Bildern und Metren der antiken Welt. Auch
die Verheißungen und Bedrohungen des christlich geprägten jüngsten Gerichts sind ihr
nicht fremd. Die Todesgefahr im Mittelmeer, die Freiheit der Schwalben, die Genüsse des
Maghreb, das Leid und die Hoffnung einer geflüchteten Familie werden in poetische Bilder gefasst. Angelika Bernhammers Illustrationen ergänzen ein bemerkenswertes Bändchen. Beim Lesen entsteht Erkenntnis und trotz der gelegentlich düsteren Thematik auch Genuss. Verblüffend ist letztlich die Parallelität von antiker Überlieferung und moderner Realität. Freundliche Aufnahme an fremden Küsten war immer die Ausnahme. Die Regel besteht bis heute in Furcht und Schrecken. Fehlende oder eingerostete Lateinkenntnisse sind bei der Lektüre kein Hindernis. Alle Gedichte werden auch in deutscher Übertragung veröffentlicht.


Ein Projekt mit aufklärerischem Anspruch

Autorin und Malerin verfolgen einen aufklärerischen Anspruch. Sie möchten ihr Buch an
Schulen und anderen Bildungseinrichtungen vorstellen und bieten Lehrenden und Lernenden der lateinischen Sprache ehrenamtlich Lesungen an. Angelika Bernhammer macht Flucht und Asyl zum Gegenstand ihrer Malerei. Im Frühsommer sind zwei ihrer Werke anlässlich des Konzerts für Menschlichkeit und Toleranz in der Cölber evangelischen Kirche auf großes Interesse und positive Resonanz beim Publikum gestoßen. Autorin und Illustratorin verstehen sich nicht nur als Künstlerinnen. Sie hoffen auch auf einen politischen Ertrag ihres Projekts. Lange genug haben PEGIDA und andere Kräfte am äußersten rechten Rand der Gesellschaft Fremdenhass mit dem Missbrauch antiker und christlicher Traditionen geschürt. Dem setzen Radke und Bernhammer Aufklärung, Moral und Ästhetik entgegen. Beide wissen: Die Politik gegenüber geflüchteten Menschen braucht in Europa dringend eine humane Wende.


Das Projekt braucht Crowdfunding
Die Edition eines Gedichtbands mit hochwertig gedruckten Illustrationen ist nicht billig.
Geld kann man damit nicht verdienen. Rund 3.600 Euro wird das Projekt kosten, damit es
der Verlag überhaupt auf den Weg bringt. Landrätin Kirsten Fründt hat als Vorsitzende des Kreisausschusses bereits einen Beitrag von 1.000 Euro zugesagt. Weitere Zuschüsse sind beantragt. Dennoch muss ein beträchtlicher vierstelliger Betrag durch Spenden finanziert werden. Der Cölber Arbeitskreis Flüchtlinge (CAF) e. V. organisiert das Crowdfunding. Aus seinem Spendentopf finanziert der CAF e. V. gemäß seiner Satzung Hilfe für geflüchtete Menschen. Dieser Etat darf durch das Buchprojekt nicht angegriffen werden. Wer es durch eine Spende fördern möchte, möge bitte als Zahlungszweck “Spende Buchprojekt” angeben. Zuwendungen an den CAF sind steuerbegünstigt und können in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Für Spenden ab 200 Euro kann eine Zuwendungsbescheinigung ausgestellt werden, wenn zusätzlich die Adresse des Spenders im Zahlungszweck steht. Falls mehr Spenden als für das Buchprojekt benötigt eingehen, fließen sie in die Unterstützung
von Flüchtlingen.



Crowdfunding durch Spenden
ANNA ELISSA RADKE
ASYLUM POETICUM
KUNST ALS SCHUTZRAUM
mit Illustrationen von ANGELIKA BERNHAMMER
Zahlungsempfänger: CAF e. V.
IBAN: DE12 5335 0000 0038 0007 64, BIC: HELADEF1MAR
Zahlungszweck: Spende Buchprojekt
Bei Spenden ab € 200.- bitte Adresse angeben!
Falls mehr Spenden als für das Buchprojekt benötigt eingehen,
fließen sie in die Unterstützung von Flüchtlingen durch den CAF e. V.

CAF Cölber Arbeitskreis Flüchtlinge e.V.
c/o Dr. Kurt Bunke
Am Lohberg 5
35091 Cölbe

Neuer B.A.-Studiengang mit Griechisch an der Universität Marburg

An der Universität Marburg wird es ab dem Wintersemester 2019/20 einen 
neuen vierjährigen B.A.-Studiengang „Interdisziplinäre Literatur- und  
Kulturstudien“ geben, in dem man drei Fächer (ein Hauptfach und zwei  
Nebenfächer) studiert. Innerhalb dieses Studienganges sind  
verschiedene neue Kombinationen mit Griechisch möglich:

1. Orient-Antike-Studien (Gräzistik/ Semitistik/ Philosophie);
2. Amerika-Antike-Studien (Amerikanistik/ Gräzistik/ VWL).

Man kann diese Kombinationen sowohl dann studieren, wenn man das Graecum in der  
Schule erworben hat, als auch dann, wenn man keine  
Griechischkenntnisse mitbringt. Dann lernt man Griechisch als Teil des  
Studiums.

In der Kombination  ‚Amerika-Antike-Studien‘  gibt es  
zusätzlich die Möglichkeit, im Nebenfach griechische Literatur und  
Kultur ohne Sprachkenntnisse (also in Übersetzung) zu studieren.

Neben den Fachkenntnissen führt der neue Studiengang auch in das 
interdisziplinäre Arbeiten ein, vermittelt Berufsperspektiven und  
beinhaltet ein Praktikum.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:  
https://www.uni-marburg.de/de/fb10/studium/studiengaenge/ba-ilk.
Für Rückfragen können Sie sich direkt an Frau Prof. Föllinger (Gräzistik) 
wenden: foelling@staff.uni-marburg.de

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Hessischer Altphilologenverband